Die Drehscheibe


Da ich meinen Bahnhof Elisburg bei FREMO-Treffen einsetze, hatte ich mir für die Steuerung des Bahnhof die Software Modell-Stellwerk ausgewählt.
Hier kann man ein SpDrS60-Stellpult emulieren, welches dann auch die Zwei-Tasten-Bedienung vorbildgerecht ermöglicht.
Zu diesem Zweck habe ich mir einen 27"-Multi-Touch-Monitor angeschafft, der mit der Software eben diese Funktionalität unterstützt.


Seitens der Software wird für die Bedienung der Drehscheibe ein PopUp-Fenster angeboten. Mit einer Maus geht die Bedienung auch (wahrscheinlich, ich habe das nicht weiter verfolgt) aber für eine Zwei-Tasten-Bedienung bzw. mit dem Multi-Touch-Monitor ohne Maus ist das PopUp ungeeingnet.


Nach ein paar Überlegungen bin ich darauf gekommen das mit den Bord-Mitteln von ModellSTW anders zu lösen.


Die Ansatz ist, dass man mit einer Zwei-Tasten-Bedienung die Drehscheibe bedient, indem man die Seite der Drehscheibe (Wärter-Haus-Seite oder Bühnen-Seite) mit dem jeweiligen Taster anwählt und mit Tastern im Gleis das Ziel auswählt.



Hier sind die mittleren 3 Drehscheiben-Symbole Standard-Symbole der ModellSTW-Software, die oberen 3 und die unteren 3 Symbole sind "Magnetartikel - eigene Definition"


Das linke Gleistaster-Symbol in der mittleren Reihe repräsentiert die Wärter-Haus-Seite, das rechte Symbol die Bühnenseite. Das mittlere Element ist ein Strecken-Symbol dem ein Block zugewiesen wurde. Hier wäre es natürlich toll, wenn mir Herr Helder die Möglichkeit bieten würde, auch diese Symbole frei definieren zu können.


Die oberen 3 und unteren 3 Symbole sind eigene Definition mit der Anzahl der Stellungen wie es an diesem Symbol Gleisabgänge gibt, das allerdings doppelt und ein "Aus-Symbol". Das ergibt beim oberen mittleren Symbol eine Anzahl von 7 Stellungen.



Für die Darstellung, ob das Wärterhaus oder die Bühnenseite am Gleisabgang ist, habe ich zwei verschiedene Farben gewählt. Grün für Wärterhaus und gelb für Bühnenseite. Wenn die Bühne auf einen Gleisabgang steht, die nicht auf dieser Kachel ist, wird das "Aus-Symbol" angezeigt.


Dies definiert man nun für alle Gleisabgänge-Kacheln und ordnet die Kacheln auf dem Stellpult entsprechend an.


Jetzt werden im Magnet-Artikel die SX-Bitwerte entsprechend der Abgänge eingetragen, Adresse und Bitmuster ebenfalls.




Um eine Zwei-Tasten-Bedienung zu realisieren, gibt es in ModellSTW die Möglichkeit dies über Rangierstrassen zu definieren.


Nun startet man in ModellSTW den Fahrstrassen-Assistenten und beginnt die möglichen Fahrsrtassen zu definieren. Also linke Taste der Bühne und ein beliebiges Abgangsgleis (am besten arbeitet man sich hier der Reihe nach vor). In der Fahrstrasse werden alle anderen Kacheln auf das "Aus-Symbol" definiert, der Zielabgang der Drehscheibe entsprechend der Drehrichtung. Der zuvor definierte Block der Drehbühne (Mittelteil) wird ebenfalls in die FS aufgenommen. Die FS löst sich selbstständig nach einer gewissen Zeit wieder auf. Das ist erfoderlich, da es möglicherweise kein Ereignis in ModellSTW gibt, welches die FS auflösen könnte.



Die Zeit die zur automatischen Auflösung der FS eingestellt wird hängt von der längsten möglichen Drehzeit der Drehscheibe ab, also eine 180°-Drehung hat die maximale Drehzeit. Diese Zeit stoppt man einmal und stellt diese Zeit dann im FS-Assistenten so ein. Während die FS gebildet ist, lässt sich kein anderes Abgangsgleis auswählen, da es ja noch eine gültige Rangierstrasse gibt. Ob man wirklich die maximale Zeit einstellt oder eine kürze Zeit wählt, muß man dann mal schauen, wie praktikabel das so ist. Bei mir dauert eine 180°-Druhung ca. 100 Sekunden, solange ist dann auch kein anderes Gleis anwählbar, auch wenn die tatsächliche Drehzeit deutlich kürzer war. Ich habe mich für eine Zeit von 30 Sekunden entschiedebm auch wenn dies ggf. zu Schwierigkeiten führen kann.